Kaum eine Plattform wird so überschätzt und so unterschätzt zugleich wie LinkedIn. Die einen meinen, sie „müssten da jetzt auch mal was machen", obwohl ihre Kunden nie im Leben dort suchen. Die anderen verschenken echte Aufträge, weil sie ein leeres Profil haben, obwohl ihre Kunden genau dort unterwegs sind.
Die ehrliche Antwort auf „Lohnt sich LinkedIn für mich?" lautet: kommt darauf an, wer Ihre Kunden sind. Klären wir das zuerst, bevor Sie Zeit investieren.
Wann sich LinkedIn lohnt, und wann nicht
LinkedIn ist ein Netzwerk für Geschäftliches. Menschen suchen dort nach Dienstleistern, Partnern, Fachleuten und Jobs, nicht nach dem Elektriker um die Ecke.
Lohnt sich, wenn:
- Ihre Kunden andere Unternehmen sind (B2B).
- Sie beraten, planen oder Dienstleistungen verkaufen (IT, Beratung, Marketing, Handwerk für Gewerbekunden).
- Ihre Aufträge über persönliche Kontakte und Empfehlungen laufen.
Lohnt sich kaum, wenn:
- Sie fast nur Privatkunden aus der Region bedienen.
- Ihre Kunden Sie über Google und Weiterempfehlung finden.
Sind Sie ein lokaler Betrieb mit Privatkunden? Dann stecken Sie Ihre Energie zuerst woanders hin. Welche Plattformen für Sie zählen, zeigt unser Plattform-Wegweiser, und ganz oben steht meist das Google-Unternehmensprofil.
Der Rest dieses Beitrags ist für alle, bei denen LinkedIn tatsächlich Sinn ergibt.
Persönliches Profil zuerst, Unternehmensseite später
Auf LinkedIn folgen Menschen Menschen, nicht Logos. Ihr persönliches Profil hat viel mehr Reichweite als eine Unternehmensseite. Fangen Sie dort an. Die Unternehmensseite legen Sie zusätzlich an (schon fürs professionelle Auftreten), aber die Musik spielt auf Ihrem persönlichen Profil.
Die wichtigsten Schritte
- Profil vollständig ausfüllen. Foto, aussagekräftige Kopfzeile (was Sie für wen tun, nicht nur „Geschäftsführer"), ein Titelbild in Ihren Farben. Ein leeres Profil wirkt wie ein dunkles Schaufenster.
- Klar sagen, was Sie anbieten. Im Info-Bereich in normalem Deutsch: welches Problem Sie für welche Kunden lösen. Keine Floskeln.
- Regelmäßig, aber nicht täglich posten. Ein guter Beitrag pro Woche schlägt fünf belanglose. Zeigen Sie echte Projekte, Erfahrungen, kleine Tipps aus Ihrem Alltag. Menschen folgen Fachleuten, die etwas zu sagen haben.
- Mit Menschen reden. Kommentieren Sie Beiträge Ihrer Branche, vernetzen Sie sich mit Kunden und Partnern. Reichweite entsteht durch Austausch, nicht durch Senden.
Häufige Fehler
- Verkaufen statt helfen. Wer nur Werbung postet, wird weggescrollt. Teilen Sie erst Wissen, der Auftrag kommt später von allein.
- Ein Beitrag, dann Funkstille. Lieber selten und verlässlich als ein Strohfeuer.
- Fremde Sprache. Schreiben Sie, wie Sie reden. Buzzword-Deutsch durchschaut jeder.
- Nur die Unternehmensseite bespielen. Da passiert am wenigsten. Ihr persönliches Profil zählt.
Realistisch: was bringt's?
LinkedIn ist kein Auftrags-Automat. Es ist ein langsamer Vertrauensaufbau: Sie bleiben bei den richtigen Leuten im Kopf, und wenn die einen Bedarf haben, denken sie an Sie. Für B2B-Betriebe ist das über die Zeit einer der stärksten Kanäle, für zwei, drei Stunden im Monat.
Wenn's professioneller aussehen soll
Ein stimmiges Profil samt Titelbild und eine Website, auf die Sie von LinkedIn verlinken können, machen aus Kontakten Anfragen. Beim Auftritt hilft Ihnen unsere Webagentur; und wenn Sie unsicher sind, ob und wie LinkedIn in Ihre Gesamtstrategie passt, klären wir das in einer IT-Beratung, ehrlich und ohne Zeitverschwendung.