Wo sollten Sie online präsent sein? Ein Plattform-Wegweiser für kleine Betriebe

Sie müssen nicht überall sein, sondern auf den richtigen zwei oder drei Plattformen. Welche das für Ihren Betrieb sind, hängt davon ab, wo Ihre Kunden suchen.

„Wir müssten mal was mit Social Media machen." Diesen Satz hören wir oft, und meistens folgt darauf ein halbherziges Instagram-Konto, das nach drei Beiträgen einschläft. Das Problem ist nicht der Fleiß. Das Problem ist die falsche Plattform.

Sie müssen nicht überall sein. Ein Betrieb, der auf zwei Plattformen wirklich präsent ist, wird häufiger gefunden als einer, der auf acht ein totes Profil hat. Die Frage ist nur: auf welchen? Hier ist die ehrliche Rangliste, sortiert danach, was für Ihren Betrieb zählt.

Die eine Regel: gehen Sie dahin, wo Ihre Kunden suchen

Klingt banal, wird aber ständig ignoriert. Ein Dachdecker braucht kein LinkedIn, weil niemand auf LinkedIn nach einem Dachdecker sucht. Eine Unternehmensberatung braucht kein Instagram, weil dort keine Geschäftskunden nach Beratung suchen. Bevor Sie irgendwo ein Profil anlegen, fragen Sie sich: Wo würde mein Kunde tatsächlich nach mir suchen?

Danach richtet sich die Priorität. Wir teilen Betriebe grob in drei Typen.

Für lokale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe

Elektriker, Fenster­bauer, Kälte­technik, Maler, Steuerberater um die Ecke: Ihre Kunden sind in der Region und googeln. Priorität von oben nach unten:

  1. Google-Unternehmensprofil — die Pflicht, kostenlos, der größte Hebel. Damit stehen Sie in der lokalen Karte, wenn jemand „… in der Nähe" sucht. Wenn Sie nur eine Sache machen, dann diese. So richten Sie es ein.
  2. Bewertungen und Branchenportale — Google-Bewertungen zuerst, dazu je nach Gewerk ein passendes Portal (z. B. Handwerkerportale). Bewertungen sind der stärkste Vertrauensbeweis, den es gibt.
  3. Eigene Website — Ihr Schaufenster, das Ihnen gehört und nicht Google. Wann sich das lohnt, lesen Sie hier.
  4. Instagram / Facebook — nur, wenn Ihre Arbeit sichtbar ist (siehe unten). Sonst optional.
  5. LinkedIn — für den reinen Lokalbetrieb niedrige Priorität. Später vielleicht, jetzt nicht.

Für B2B-Dienstleister, Berater und IT

Wenn Ihre Kunden andere Firmen sind, dreht sich die Rangliste:

  1. LinkedIn — hier suchen und entscheiden Geschäftskunden. Ob und wie sich LinkedIn für Sie lohnt.
  2. Eigene Website — bei B2B fast Pflicht, weil Kunden sich vorab genau informieren.
  3. Google-Unternehmensprofil — auch hier sinnvoll, aber selten der erste Kontaktpunkt.

Für Betriebe mit sichtbaren Ergebnissen

Bau, Garten- und Landschaftsbau, Kosmetik, Konditorei, Innenausbau: Wo das Ergebnis fotogen ist, spielt das visuelle Netz seine Stärke aus.

  1. Google-Profil (mit vielen Fotos) — bleibt die Basis.
  2. Instagram — Vorher-nachher-Bilder verkaufen hier von allein.
  3. Website mit Referenzgalerie — bündelt die schönsten Arbeiten an einem Ort, der Ihnen gehört.

Kurz zusammengefasst

BetriebstypPlatz 1Platz 2Optional
Lokaler HandwerkerGoogle-ProfilBewertungen / WebsiteInstagram, LinkedIn
B2B / Berater / ITLinkedInWebsiteGoogle-Profil
Sichtbare ErgebnisseGoogle-ProfilInstagramWebsite-Galerie

Warum weniger mehr ist

Jede Plattform kostet Zeit: Profil pflegen, Fragen beantworten, ab und zu etwas posten. Wer sich verzettelt, macht überall halbe Sachen, und halbe Sachen wirken schlechter als gar keine. Zwei gut gepflegte Profile schlagen fünf verwaiste. Fangen Sie oben in Ihrer Liste an, machen Sie diese eine Plattform richtig, und gehen Sie erst dann zur nächsten.

Und wenn Sie nicht sicher sind

Welche Plattformen für genau Ihren Betrieb die richtigen sind, lässt sich in einem kurzen Gespräch klären, ehrlich, auch wenn die Antwort mal „konzentrieren Sie sich auf das Google-Profil, den Rest brauchen Sie nicht" lautet. Genau dafür ist unsere IT-Beratung da. Und wenn klar ist, dass eine eigene Website der nächste Schritt ist, bauen wir sie.

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