Warum lädt meine Website so langsam? Die häufigsten Bremsen, selbst gefunden

Fast jede langsame Website ist aus denselben vier, fünf Gründen langsam. Wie Sie in zehn Minuten selbst messen, woran es liegt, was Sie ohne Technikkenntnisse beheben können, und wo Selbermachen aufhört.

Der teuerste Besucher ist der, von dem Sie nie erfahren. Er hat Ihren Betrieb gegoogelt, auf Ihre Seite getippt, zwei Sekunden auf eine weiße Fläche geschaut und ist zurück zur Trefferliste. Zur Konkurrenz. Sie sehen davon nichts, keine Anfrage, kein Anruf, keine Spur.

Das Ärgerliche daran: Es liegt fast nie an etwas Kompliziertem. Fast jede langsame Website ist aus denselben vier, fünf Gründen langsam, und die größte Bremse ist bei den meisten Betrieben dieselbe. Hier steht, wie Sie in zehn Minuten selbst herausfinden, woran es bei Ihnen liegt.

Wie langsam ist eigentlich „langsam“?

Es gibt dafür einen brauchbaren Maßstab, und der kommt von Google selbst. Gemessen wird, wie lange es dauert, bis der Besucher den wichtigsten Inhalt sieht, meist Ihr großes Bild oben oder die Überschrift. Die Einteilung ist simpel:

  • Unter 2,5 Sekunden: gut.
  • 2,5 bis 4 Sekunden: verbesserungswürdig.
  • Über 4 Sekunden: schlecht.

Entscheidend ist dabei der Wert auf dem Handy, im Mobilfunknetz, nicht am Rechner im Büro-WLAN. Ihre Kunden stehen auf der Baustelle, im Auto, im Supermarkt. Wenn Sie Ihre eigene Seite immer nur am Schreibtisch aufrufen, wo sie längst zwischengespeichert ist, wirkt alles blitzschnell. Das ist der häufigste Grund, warum Betriebe gar nicht merken, dass sie ein Problem haben.

Ein Wort zur Einordnung, damit Sie nicht in die falsche Richtung rennen: Tempo ist bei Google ein Faktor unter vielen, kein Wundermittel. Eine schnelle Seite mit drei Sätzen Inhalt überholt keinen guten Wettbewerber. Aber eine langsame Seite verliert Besucher, die schon da waren, und das ist der teurere Verlust.

Zehn Minuten: so messen Sie selbst

Sie brauchen dafür kein Werkzeug zu kaufen und niemanden zu beauftragen.

  1. Öffnen Sie pagespeed.web.dev, Googles kostenloses Messwerkzeug. Adresse Ihrer Website eintragen, Analyse starten.
  2. Schauen Sie auf den Reiter „Mobil“, nicht auf „Desktop“. Der Mobil-Wert ist der ehrliche.
  3. Ignorieren Sie zuerst die große Punktzahl. Diese Zahl von 0 bis 100 ist eine Note, kein Ziel. Interessant ist die Sekundenangabe darunter: Wie lange dauert es, bis der Hauptinhalt sichtbar ist?
  4. Scrollen Sie zur Liste der Empfehlungen. Dort steht in nüchternem Deutsch, was bremst, und meistens auch, wie viel Zeit die Behebung sparen würde.

Zwei Hinweise, die Ihnen Frust ersparen. Erstens: Oben zeigt das Werkzeug manchmal Daten echter Besucher an. Bei kleinen Betriebsseiten mit wenig Verkehr fehlen die oft, dann sehen Sie nur den Testlauf. Das ist völlig normal und kein Fehler. Zweitens: Die Punktzahl schwankt von Messung zu Messung um ein paar Punkte. Jagen Sie nicht die 100. Wer von 4 Sekunden auf 2 kommt, hat gewonnen, egal was die Note sagt.

Und dann noch der beste Test überhaupt: Nehmen Sie Ihr Handy, schalten Sie das WLAN aus und rufen Sie Ihre Seite auf. So sieht sie Ihr Kunde.

Die häufigsten Bremsen

1. Zu große Bilder

Das ist mit Abstand die Nummer eins. Ein Foto aus dem Handy ist heute schnell 5 Megabyte groß. Wird es unverkleinert auf die Website geladen, muss jeder Besucher diese 5 Megabyte herunterladen, für ein Bild, das am Ende briefmarkengroß angezeigt wird. Zehn solche Fotos auf der Startseite, und die Seite ist unrettbar langsam.

Woran Sie es erkennen: Das Messwerkzeug meldet „Bilder in modernen Formaten bereitstellen“ oder „Bilder richtig dimensionieren“.

Was hilft: Bilder vor dem Hochladen verkleinern, auf die Größe, in der sie tatsächlich angezeigt werden, und in einem modernen Format speichern (WebP oder AVIF statt JPEG). Aus 5 Megabyte werden so oft 150 Kilobyte, ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Das ist der eine Handgriff mit dem größten Effekt.

2. Zusatzfunktionen, die niemand nutzt

Bilderkarussell auf der Startseite, Animationen beim Scrollen, ein Zähler, der die Jahre Betriebszugehörigkeit hochzählt. Jede dieser Spielereien bringt eigenen Programmcode mit, der geladen und ausgeführt werden muss, bevor der Besucher etwas sieht. Bei Websites auf Baukasten- oder WordPress-Basis sammelt sich das über die Jahre an: Für jede Kleinigkeit wurde eine Erweiterung installiert, und keine davon je wieder entfernt.

Woran Sie es erkennen: Das Werkzeug meldet „Nicht verwendetes JavaScript reduzieren“ mit hohen Werten.

Was hilft: Ausmisten. Alles raus, was Sie nicht wirklich brauchen. Ein Bilderkarussell, das Ihre Kunden ohnehin nie zu Ende anschauen, kostet Sie mehr, als es bringt.

3. Fremde Dienste, die von außen geladen werden

Der Chat-Knopf unten rechts. Die eingebettete Google-Karte. Das Bewertungs-Widget. Die Schriftart von einem fremden Server. Jedes dieser Elemente holt beim Laden Daten von einem anderen Anbieter, und Ihre Seite wartet währenddessen. Fünf solcher Einbindungen und Sie haben die Ladezeit verdoppelt, obwohl an Ihrer Seite selbst nichts falsch ist.

Woran Sie es erkennen: In der Auswertung tauchen fremde Adressen auf, die Sie nicht zuordnen können.

Was hilft: Streichen, was nicht nötig ist. Statt einer eingebetteten Karte tut es oft ein Link „Route planen“. Schriftarten lädt man besser vom eigenen Server, das ist schneller und in Deutschland auch datenschutzrechtlich die sauberere Variante.

4. Videos im Hintergrund

Ein Video, das beim Öffnen der Startseite automatisch startet, sieht in der Werbung großartig aus und ist auf dem Handy eine Katastrophe. Es lädt zuerst und verbraucht nebenbei das Datenvolumen Ihres Besuchers.

Was hilft: Standbild statt Autoplay. Wer das Video sehen will, tippt darauf.

5. Der billige Webspace

Wenn alles andere sauber ist und die Seite trotzdem träge reagiert, liegt es am Hosting. Beim Billiganbieter teilen sich manchmal hunderte Websites einen Server, und wenn dort gerade jemand anders Last erzeugt, wartet Ihr Kunde.

Woran Sie es erkennen: Das Werkzeug meldet eine hohe „Antwortzeit des Servers“.

Was hilft: Ein besserer Tarif oder ein Umzug. Das kostet meist wenige Euro im Monat mehr und ist einer der wenigen Fälle, in denen Geld direkt in Tempo umgerechnet wird.

Was Sie heute Nachmittag selbst erledigen können

Ohne Technikkenntnisse, ohne fremde Hilfe:

  • Bilder verkleinern und neu hochladen. Der größte Hebel, fast immer.
  • Erweiterungen ausmisten, die Sie nicht benutzen.
  • Karussell und Scroll-Animationen abschalten.
  • Autoplay-Video ersetzen durch ein Standbild.
  • Chat-Widget entfernen, wenn ohnehin nie jemand darüber schreibt.

Bei vielen Betriebsseiten holen Sie damit schon einen guten Teil der Ladezeit heraus. Messen Sie vorher und nachher, dann sehen Sie schwarz auf weiß, was es gebracht hat.

Wo Selbermachen aufhört

Ehrlich gesagt: An einem Punkt kommen Sie nicht weiter, und das liegt nicht an Ihnen. Wenn das Problem im Unterbau steckt, im gekauften Design-Paket, im Baukasten-System oder in der Art, wie die Seite programmiert wurde, hilft kein Ausmisten mehr. Dann sind die Bremsen fest eingebaut.

Zwei Dinge sollten Sie an dieser Stelle wissen:

Nicht jede langsame Seite lohnt die Optimierung. Wenn eine Seite acht Jahre alt ist, auf veralteter Technik läuft und am Handy ohnehin schlecht bedienbar ist, stecken Sie Geld in etwas, das Sie in einem Jahr sowieso ersetzen. Dann ist ein Neubau der günstigere Weg. Wir sagen das offen, auch wenn eine Optimierung für uns der kleinere Auftrag wäre.

Umgekehrt gilt aber genauso: Viele Seiten brauchen keinen Neubau. Oft sind es drei, vier gezielte Eingriffe, und die Seite lädt in unter zwei Sekunden. Welcher der beiden Fälle bei Ihnen vorliegt, sieht man ziemlich schnell.

Was das beim Profi kostet

Damit Sie eine Hausnummer haben: Eine Performance-Analyse kostet bei uns 120 € zum Festpreis. Sie bekommen einen verständlichen Bericht, was bremst, wie stark, und was die Behebung jeweils bringen würde, in normalem Deutsch, nicht als Werkzeug-Ausdruck. Entscheiden Sie sich danach für die Umsetzung, werden die 120 € angerechnet.

Die Umsetzung startet bei 490 € für kleinere Seiten. Was es in Ihrem Fall wäre, rechnen Sie in einer Minute selbst aus: Auf der Seite zur Website-Performance steht ein Rechner, unverbindlich, ohne Formular vorab. Und wenn dabei herauskommt, dass sich das Optimieren nicht lohnt, sagen wir Ihnen das, bevor Sie etwas beauftragen. Was ein Neubau kostet, steht im Beitrag Was kostet eine Website beim Profi?.

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