Website selbst bauen mit Baukasten oder KI? Warum wir oft davon abraten

Eine Website an einem Nachmittag, günstig und ohne Fachwissen? Baukästen und KI versprechen das. Was dabei unsichtbar schiefgeht, und ob sich ein Baukasten über die Jahre überhaupt rechnet.

„Das mach ich schnell selbst mit so einem Baukasten" oder neuerdings „das soll mir die KI bauen". Die Werbung verspricht es ja: Website an einem Nachmittag, günstig, ganz ohne Fachwissen. Und für den ersten Moment stimmt das sogar. Es steht schnell etwas da, das aussieht wie eine Website.

Das Problem kommt später, und meist von einer Seite, mit der niemand gerechnet hat. Nicht weil die Werkzeuge schlecht sind, sondern weil das Riskante an einer Website unsichtbar ist. Was fehlt, sieht man dem fertigen Ergebnis nicht an. Hier steht, worauf es ankommt, damit Sie eine bewusste Entscheidung treffen können.

Vorweg: Die Werkzeuge sind nicht das Problem

Wir sind keine Baukasten- oder KI-Gegner. Im Gegenteil, wir nutzen moderne Werkzeuge selbst jeden Tag. Der Unterschied ist ein anderer: Ein Profi setzt ein Werkzeug ein und erkennt, wenn das Ergebnis Unsinn ist. Wer die Materie nicht kennt, übernimmt die Fehler, ohne sie zu sehen.

Genau da liegt die Gefahr beim Selbermachen. Nicht im „schnell zusammenklicken", sondern in den paar Prozent, die entscheidend sind und die man als Laie nicht erkennen kann: Recht, Technik, Sicherheit. Schauen wir sie uns der Reihe nach an.

1. Die rechtlichen Risiken, die teuerste Überraschung

Eine Website ist in Deutschland ein rechtliches Gebilde, nicht nur ein hübsches Schaufenster. Und Fehler werden hier gerne abgemahnt, das heißt: ein Anwalt schreibt Sie an, und es kostet schnell mehrere hundert Euro. Die häufigsten Fallen:

  • Impressum: Es ist Pflicht (§ 5 DDG), muss vollständig und korrekt sein und richtig erreichbar. Ein fehlendes oder falsches Impressum ist ein Klassiker unter den Abmahnungen.
  • Datenschutzerklärung: Sobald ein Kontaktformular, eine Statistik oder eine Schriftart von fremden Servern im Spiel ist, brauchen Sie eine passende, aktuelle Datenschutzerklärung. Eine Vorlage aus dem Netz passt selten wirklich.
  • Cookies und Einwilligung: Viele Baukästen laden Tracking, Karten oder Schriftarten, bevor der Besucher zugestimmt hat. Das ist nicht erlaubt, und ein Banner allein macht es nicht legal.
  • Bilder: Ein Bild aus der Google-Suche zu nehmen, weil es gut passt, ist einer der teuersten Anfängerfehler. Ohne Lizenz drohen saftige Forderungen.
  • Barrierefreiheit (BFSG): Seit Juni 2025 müssen viele Unternehmen ihre Website barrierefrei gestalten. Baukästen und schnell generierte Seiten erfüllen das meist nicht von allein.

Das Tückische: Ihre Seite sieht fertig und ordentlich aus, während im Hintergrund drei dieser Punkte offen sind. Sie merken es erst, wenn der Brief kommt.

2. Sicherheit: Eine Website ist nie einfach „fertig"

Eine Website ist keine Broschüre, die man einmal druckt und dann liegen hat. Sie läuft auf Technik, die gepflegt werden muss.

Wer eine Seite auf einem eigenen System wie WordPress mit vielen Zusatz-Modulen aufsetzt, hat ab Tag eins eine Wartungsaufgabe: Updates, Sicherheitslücken, veraltete Erweiterungen. Genau darüber werden die meisten kleinen Websites gehackt, oft ohne dass der Inhaber es sofort merkt. Wie so etwas in der Praxis aussieht, steht im Fallbeispiel Der vergessene Ordner. Die Folge reicht von untergeschobener Schadsoftware bis zur Warnung „Diese Seite könnte Ihren Computer schädigen" direkt in den Google-Ergebnissen.

Und bei Code, den eine KI erzeugt hat, kommt etwas hinzu: Er sieht plausibel aus, kann aber Sicherheitslücken enthalten, die ein Laie unmöglich erkennt. Sie können nicht prüfen, was Sie nicht beurteilen können.

3. Tempo: Baukästen sind von Natur aus schwerfällig

Damit ein Baukasten für jeden alles kann, schleppt er im Hintergrund enorm viel Technik mit, auch für Funktionen, die Sie gar nicht nutzen. Das Ergebnis sind oft langsame Seiten, besonders auf dem Handy.

Langsame Seiten kosten doppelt: Besucher springen ab, bevor überhaupt etwas zu sehen ist, und Google bewertet langsame Seiten schlechter. Wie viel eine Handvoll gezielter Eingriffe hier bringt, lesen Sie in unserem Beitrag zur Website-Performance. Der Punkt ist: Bei einem Baukasten haben Sie diese Stellschrauben oft gar nicht in der Hand.

4. Das Tückische an KI: Sie klingt immer überzeugend

KI ist ein starkes Werkzeug. Aber sie hat eine Eigenschaft, die für Laien gefährlich ist: Sie klingt immer kompetent, auch wenn sie falsch liegt. Sie erfindet gelegentlich Dinge, die es nicht gibt, schreibt rechtlich fragwürdige Texte mit voller Überzeugung und baut Technik zusammen, die auf den ersten Blick funktioniert und im Detail Probleme hat.

Ein Fachmann nutzt die KI und filtert das Brauchbare heraus. Wer das Handwerk nicht kennt, hat keinen Maßstab, um gut von gefährlich zu unterscheiden. Genau deshalb ist „lass es die KI machen" für einen Betrieb ohne eigenes Technikwissen keine Abkürzung, sondern ein Blindflug.

Die eigentliche Falle: Man sieht nicht, was fehlt

Der rote Faden hinter allem ist derselbe. Beim Website-Bauen ist der einfache Teil sichtbar (Text rein, Bild rein, hübsche Farben) und der schwierige Teil unsichtbar (Recht, Tempo, Sicherheit, Auffindbarkeit). Weil man das Unsichtbare nicht sieht, unterschätzt man es. Man hält die Aufgabe für erledigt, obwohl das eigentlich Wichtige noch offen ist.

Das ist keine Frage von Intelligenz, sondern von Erfahrung. Sie würden Ihre Elektrik im Betrieb ja auch nicht selbst verlegen, nur weil das Anschließen einer Steckdose einfach aussieht. Bei Websites ist es genauso, die Gefahr sitzt nur an einer Stelle, die man nicht sieht.

Und rechnet sich der Baukasten wenigstens? Eine Beispielrechnung

Der häufigste Grund für den Baukasten ist der Preis. Schauen wir genau hin, ob er sich hält. Die Zahlen sind aktuelle Beispiele, die Größenordnung stimmt.

Ein Business-Tarif, wie ihn ein Betrieb braucht (eigene Domain, keine Fremdwerbung, genug Speicher), kostet bei Wix rund 27 € im Monat, bei Jimdo etwa 19 €. Nehmen wir Wix: Das sind 324 € im Jahr, und diese Gebühr hört nie auf.

Dazu kommt ein Posten, den viele übersehen: Bei vielen Baukästen ist Ihre Wunsch-Domain nicht einfach dabei. Entweder Sie buchen sie extra dazu (oft 15 bis 20 € im Jahr obendrauf), oder sie ist nur im ersten Jahr gratis und kostet danach. Diese Kosten laufen also noch zusätzlich mit.

Bei uns zahlen Sie den Aufbau einmalig (ein One-Pager startet bei 900 €) und hosten die Seite danach meist direkt bei Ihrem eigenen Domain-Anbieter. Übrig bleibt nur die Domain samt Hosting, oft 5 bis 10 € im Monat, also Kosten, die Sie für eine eigene Internetadresse ohnehin hätten. Nichts läuft doppelt, nichts kommt versteckt dazu.

Baukasten (Beispiel Wix)Prozessstube
Aufbau0 € (aber Ihre Zeit)ab 900 € einmalig
Laufend pro Jahrca. 324 € + Domain extraca. 60 bis 120 € (Domain + Hosting, zahlen Sie eh)
Nach 5 Jahrenca. 1.700 €ca. 1.300 €
Nach 10 Jahrenca. 3.400 €ca. 1.800 €
Gehört die Seite Ihnen?NeinJa

(Mit Jimdo statt Wix wäre die laufende Gebühr etwas niedriger, das Grundmuster bleibt aber gleich: eine Miete, die nie aufhört.)

In den ersten ein, zwei Jahren wirkt der Baukasten tatsächlich günstiger, das muss man sagen. Doch die monatliche Gebühr läuft immer weiter, während unser Aufbau einmal bezahlt ist. Nach ein paar Jahren dreht sich die Rechnung, und der Abstand wird jedes Jahr größer. Dazu kommt: Beim Baukasten mieten Sie Ihre Seite nur. Kündigen Sie, ist alles weg. Bei uns gehört sie Ihnen.

Der versteckte Posten: Ihre Arbeitszeit

Das Wichtigste fehlt in der Tabelle noch, weil es auf keiner Rechnung steht: Ihre Zeit. Beim Baukasten bauen Sie selbst. Rechnen wir vorsichtig mit 20 Stunden zum Einarbeiten, Texten, Gestalten und für die Rechtsseiten. Bei einem Stundenwert von 50 € sind das noch einmal 1.000 €, die oben drauf kommen, und das ist die Zeit, die Sie nicht in Ihren Betrieb, in Kunden und in Aufträge stecken konnten.

Damit ist der vermeintlich günstige Baukasten schon im ersten Jahr teurer, nur in einer Währung, die niemand auf die Rechnung schreibt. Bei uns liegt Ihr Zeitaufwand nahe null: ein Gespräch, ein paar Rückfragen, fertig.

Wann ein Baukasten trotzdem reicht

Es gibt durchaus Fälle, in denen ein Baukasten völlig okay ist. Für eine private Seite, ein kleines Hobbyprojekt oder eine reine Info-Seite ohne Kontaktformular und ohne geschäftliche Bedeutung können Sie das guten Gewissens selbst machen. Da ist das Risiko klein und der Einsatz gering.

Sobald Ihre Website aber ein Aushängeschild für Ihren Betrieb ist, Kunden bringen soll und rechtlich sauber sein muss, kippt die Rechnung. Dann ist das vermeintlich Gesparte schnell weg, spätestens mit der ersten Abmahnung oder den Kunden, die Sie wegen einer lahmen, unauffindbaren Seite nie erreicht haben.

Was ein Profi anders macht

Nicht das Werkzeug entscheidet, sondern das Wissen dahinter. Wir bauen Ihre Website so, dass sie schnell lädt, bei Google gefunden wird und rechtlich auf sicheren Beinen steht, Impressum, Datenschutz, Einwilligung und Barrierefreiheit inklusive. Und wir sagen Ihnen ehrlich, was Sie brauchen und was nicht. Wie das abläuft und was es kostet, sehen Sie auf der Seite zur Webagentur, inklusive Preisrechner.

Wenn Sie schon eine selbstgebaute Seite haben und unsicher sind, ob sie sauber ist: Werfen Sie einen Blick auf die fünf häufigsten Fehler auf Handwerker-Websites. Und wenn Sie stattdessen bauen lassen wollen und wissen möchten, was das kostet, finden Sie ehrliche Preisspannen unter Was kostet eine Website beim Profi?. Einen Überblick über alle Website-Fragen gibt der Leitfaden Website für kleine Betriebe, und wenn Sie erst überlegen, ob Sie überhaupt eine eigene Seite brauchen, hilft Google-Profil oder Website? weiter.

← Alle Ratgeber-Beiträge